Dipl.-Psych. Sandra Mai und Dr. Sascha Weber
Vorstandsmitglieder
Deutsche Gesellschaft für Patientenwürde e.V.

Kontinuierliche Fort- und Weiterbildung ist ein wichtiger Faktor guter Versorgung. Wir, die Deutsche Gesellschaft für Patientenwürde e.V., vermitteln die praktische Anwendung der Würdezentrierten Therapie und teilen unser Wissen und unsere Erfahrungen. Denn palliativ bedeutet für uns, den Menschen im Blick zu haben. Und zum Menschen gehört besonders auch seine Würde – bis zum Schluss. In der Versorgung und in der fachlichen Weiterbildung. In Kleingruppen lernen Kursteilnehmende die einzelnen Schritte dieser psychologischen Interventionen kennen. Das Erlernte wird praktisch umgesetzt und durch Selberfahrungsübungen reflektiert und diskutiert. Wir vermitteln, um alle Beteiligten zu stärken: die Therapeut:innen und Patient:innen. Auf dem Bild waren unsere Vorstandsmitglieder Dipl.-Psych. Sandra Mai und Dr. Sascha Weber für eine Fortbildung zu Gast im Institut für Ethik und Recht in der Medizin der Universität Wien."

(Mainz, Oktober 2022)

https://www.patientenwuerde.de/
Filmausschnitt
IN LIEBE LASSEN

Manche Menschen wollen allein gehen, andere warten auf ganz bestimmte Personen – jeder Abschied ist einzigartig. Wie er zuvor das Leben gestaltet hat, so gestaltet der Mensch am Ende auch sein Sterben selbst. Sich vom Leben verabschieden zu müssen ist für alle Beteiligten mehr als nur schwer. Es gehört deswegen auch mit zur Aufgabe der Palliativversorgung in den letzten Tagen und Stunden an der Seite von Betroffenen und Nahestehenden zu sein. Palliativ bietet Hilfe und Unterstützung an. Das gilt auch noch nach dem Tod: niemand wird mit der Trauer allein gelassen. Wir sind auch in dieser Stunde da. 

(Foto: Studiocanal GmbH/ Laurent Champoussin)


Filmausschnitt
IN LIEBE LASSEN

In jeder palliativen Begleitung kommen viele verschiedene Gefühle bei allen Beteiligten zum Vorschein. Es sind manchmal gute Gefühle, manchmal weniger gute und natürlich auch sehr schmerzhafte. Und alle sind okay und völlig normal - kein Gefühl ist verboten. Denn palliativ sieht den ganzen Menschen mit allen Facetten und bietet Raum für alles, was den Menschen beschäftigt. Gespräche und Begleitung können helfen die guten und schlechten Zeiten gemeinsam durchzustehen.

Und das gilt nicht nur für Betroffene und ihnen Nahestehende. Auch Versorgende durchleben stets verschiedene Gefühle, die - wie im Videoclip zu sehen - gesehen, gehört und ausgesprochen werden müssen. Nur ein stabiles Team kann gute, zugewandte und empathische Palliativversorgung möglich machen.

(Foto: Studiocanal GmbH/ Laurent Champoussin)


Filmausschnitt
IN LIEBE LASSEN

Auf den erkrankten Menschen prasseln nach der schweren Diagnose häufig viele verschiedene Dinge ein. Es sollen "die Angelegenheiten" geregelt werden: was passiert bespielsweise mit der Wohnung, dem Auto oder der Katze? Darunter mischen sich Gedanken daran, was eigentlich jetzt (noch) wichtig wäre, wie Zeit mit Angehörigen, Freunden und Freundinnen zu verbringen. Wichtig wird natürlich auch der eigene Umgang mit der Erkrankung. Palliativ lässt hier betroffene Menschen und ihre Nahestehenden nicht im Stich. Wir unterstützen bei der Gestaltung und Bewältigung des veränderten Lebensalltags, damit auf dem Schreibtisch des Lebens am Ende die wichtigen Dinge oben liegen.

(Foto: Studiocanal GmbH/ Laurent Champoussin)


Filmausschnitt
IN LIEBE LASSEN

Palliativ ist eine Frage der Haltung: wir wollen den Tagen mehr Leben geben, nicht unbedingt dem Leben mehr Tage. Die Palliativversorgung ist geleitet durch die Überzeugungen, Vorstellungen und Werte der Patient:innen und findet gemeinsam mit ihnen auch in schwierigen Situationen kreative und individuelle Lösungen. Wir orientieren uns nicht an der Prognose, sondern an den Bedürfnissen der Betroffenen. Und wenn das Bedürfnis ist, nicht mehr kämpfen zu wollen, dann tragen wir auch diese schwere Entscheidung mit.

(Foto: Studiocanal GmbH/ Laurent Champoussin)

Filmausschnitt
IN LIEBE LASSEN

Palliativ lässt die betroffenen Menschen nicht alleine, sondern bleibt an der Seite des Menschen - bis zum Schluss. Aber bereits ab dem Moment der Diagnose einer lebensbegrenzenden Erkrankung sollte die Palliativmedizin allen Betroffenen zur Verfügung stehen. Die Linderung der körperlichen, psychischen, sozialen und seelischen Belastungen der Patient:innen und die Verbesserung der Lebensqualität stehen im Mittelpunkt der palliativmedizinischen Versorgung. Zusammen mit den Patient:innen suchen Palliativmediziner:innen den besten Weg für eine individuelle Versorgung - zugewandt und menschlich nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung.

(Foto: Studiocanal GmbH/ Laurent Champoussin)


Yvonne Rabe
Leitende Ärztin
SAPV Palliativo Main|Saale|Rhön

Ein wichtiger Aspekt unserer ambulanten palliativen Begleitung ist den Blick auf das Leben zu richten. Und wie heißt es doch? Zuhause ist es doch immer am schönsten! Daher fahre ich zu den Patient:innen und schaue mit ihnen und ihren Zugehörigen zusammen, was sie für eine optimale Versorgung benötigen. Zusammen besprechen wir verschiedene Fragen und Themen: müssen Beschwerden gelindert werden? Braucht es hierfür spezielle Medikamente? Können wir auch nichtmedikamentöse Ansätze mit einbringen? Bedarf es Unterstützung bei der Pflege oder Versorgung? Ich berate auch zu weiteren Unterstützungsangeboten. Benötigt es Hilfe im Umgang mit der Erkrankung? Ich biete Gespräche an. Ich nehme ich mir Zeit, um jede Patientin und jeden Patienten individuell zu begleiten und so das Leben zuhause bestmöglich zu unterstützen. Natürlich mache ich all das nicht alleine, sondern zusammen mit unserem spezialisierten und interdisziplinären Team."

(Schweinfurt, Oktober 2022)

https://www.palliativo.de/home.html
Friederike Stein
Ergotherapeutin
Osnabrücker Hospiz
Palliativ bedeutet für mich: Unsere Hospizgäste zu befähigen, auch am Lebensende den Betätigungen nachzugehen, die ihnen jetzt wichtig sind. Als Ergotherapeutin unterstütze ich unsere Gäste dabei, ihren Alltag im Hospiz auf Wunsch aktiv zu gestalten, sich Ziele zu setzen und Wünsche zu äußern. Die Betätigungswünsche sind sehr individuell und immer Ausdruck der Persönlichkeit und Tagesform. Sie sorgen für Momente des Genusses und der Erholung. Sie sind Ausdruck von Verbundenheit mit sich selbst und anderen."
 
(Osnabrück, Juni 2022)
 
https://www.osnabruecker-hospiz.de/
Monja Sales Prado
Physiotherapeutin M.Sc.
Physiotherapie für Kinder im Therapiezentrum 3bewegt

Eine meiner Aufgabe als Physiotherapeutin ist es, Mobilität zu ermöglichen. Hier bin ich zusammen mit meiner Patientin Philippa zu sehen. Philippa ist lebensverkürzt erkrankt und dennoch arbeiten wir bereits seit 11 Jahren zusammen daran, Philippa - trotz und immer auch mit Beatmungsschlauch und Ernährungssonde - größtmögliche Mobilität zu ermöglichen. Hier zeigt sich auch schon eine der Besonderheiten der pädiatrischen Palliativversorgung: der Zeitraum der Therapie und Begleitung ist häufig deutlich länger als in der Palliativversorgung für Erwachsene und beginnt oft schon mit der Diagnose. Zudem wachsen und entwickeln sich Kinder mit einer lebenslimitierenden Erkrankung dennoch weiter. Was also brauchen kleine Kämpfer:innen wie Philippa? So viel Unterstützung und Förderung wie möglich, um ihnen Teilhabe zu ermöglichen. Und dazu eine große Portion Fröhlichkeit. Das ist für mich palliativ."

(Stuttgart, August 2022) 

http://www.3bewegt.de/physio/
Charlotte Quack
Studentin im Praktischen Jahr
Palliativ-Team Universitätsmedizin Mainz
Palliativ ist für mich die ganzheitliche Sicht auf den einzelnen Menschen. Es steht nicht die Krankheit im Zentrum, sondern der Mensch an sich. Ich habe mir im Rahmen meines praktischen Jahres als angehende Ärztin mein Wahltertial auf der Palliativstation gewünscht, um den Umgang mit der letzten Lebenszeit besser kennenzulernen. Ich konnte eine bewundernswerte Fürsorge und Hingabe zu den Patienten spüren. Ihnen wird am Ende des Lebens Raum und Aufmerksamkeit gegeben. Es geschieht zusätzlich zur Symptomkontrolle auch die menschliche Fürsorge: von der Körperpflege bis zur emotionalen Begleitung. Besonders berührt hat mich ein Patient, bei dem unser Garten zum Sehnsuchtsort wurde und der trotz schwerer Krankheit und begrenzter Lebenserwartung zufrieden sein konnte. "
 
(Mainz, August 2022) 
 
https://www.unimedizin-mainz.de/palliativmedizin/startseite/palliativmedizin.html
Julia Wikert und Dr. Anna-Lena Wiesmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Fachärztin
LMU Klinikum München und St. Josefs Hospital Wiesbaden

Gemeinsam tauschen sich Versorgende und Forschende über ungelöste Rätsel in der Palliativversorgung aus. Zusammen entdecken wir Schwierigkeiten und Probleme in der Versorgung und stellen uns die Frage, wie wir sie lösen können. Dann suchen wir mit Hilfe der Forschung nach einer Lösung. Die miteinander herausgefundenen Ergebnisse können danach in die Praxis übertragen werden. So entsteht aus dieser engen Zusammenarbeit ein Mehrwert für die Patient:innen, denn in der palliativmedizinischen Forschung steht der Mensch im Mittelpunkt." 

(München und Wiesbaden, Juni 2022)

palliativ-und-onkologie" target="_blank">https://www.lmu-klinikum.de/palliativmedizin/forschung-und-lehre/forschung/aa530ef82c552f30 https://www.joho.de/medizin-pflege/fachabteilungen/med-klinik-iii-palliativ-und-onkologie
Jule
Hospizhündin
Hospiz Lilge-Simon-Stift

Wenn die Gäste nicht mehr so gut laufen können, dann fahre ich eben zusammen mit ihnen spazieren. Ich bereite den Menschen Freude, schenke ihnen Aufmerksamkeit, Wärme und Zuneigung. Aber vor allem will ich nichts von ihnen – ich bin einfach da und nehme die Gäste so wie sie sind. Wobei ein Leckerli zur Belohnung natürlich immer gerne gesehen ist."

(Bremen, Juli, 2022)

https://www.johanniter.de/johanniter-seniorenhaeuser/standorte/hospiz-lilge-simon-stift/
Denny Roedszus
Pflegedienstleitung
Palliativnetz Travebogen

Als Pflegedienstleitung eines SAPV-Teams begegne und begleite ich Menschen mit einer fortschreitenden, nicht heilbaren Krankheit in ihrem zu Hause. Doch um eine angemessene Versorgung für jede:n nach individuellen Gegebenheiten zu ermöglichen, bedarf es als Pflegedienstleitung neben der Begleitung der Menschen in ihrem Zuhause auch der Koordination am Schreibtisch. Denn ohne eine gute Organisation im Hintergrund ist eine an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtete Begleitung nicht möglich."

(Lübeck, Juni 2022)

https://www.travebogen.de/
Sabine
Pflegekraft
Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt am Main

Palliativ bedeutet für mich, Essen so anzurichten, dass auch jemand, der gar nicht mehr essen möchte, Lust bekommt, etwas zu probieren. Es sind Dinge wie kleine Portionen auf schönem Geschirr, Blumen, Früchte und Kräuter, die Genuss aufs Tablett bringen. Es ist mir wichtig, viele Sinne mit dem Anrichten von Essen anzusprechen und so eine #Freude zu machen." 

(Frankfurt am Main, August 2022) 

https://www.markus-krankenhaus.de/leistungsspektrum/fachabteilungen/zentrum-fuer-palliativmedizin
Julia Wikert
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
LMU Klinikum München

Forschung in der Palliativversorgung ist etwas ganz Besonderes, denn das Ziel der Forschungsarbeit ist nicht die Heilung von Erkrankungen. Vielmehr stehen die Verbesserung der Lebensqualität und Linderung von Symptomen im Vordergrund. Forschende wollen sich nicht nur auf persönliche Ansichten und Erfahrungen verlassen, sondern suchen nach den besten nachprüfbaren Belegen für den Nutzen von Versorgungsmaßnahmen. Eine Detektivin sucht mit ihrer Lupe nach genauen Hinweisen – genauso machen es wir Forschende in der Palliativversorgung: immer auf der Suche nach der bestmöglichen und individuellen Versorgung für den betroffenen Menschen."

(München, August 2022)

https://www.lmu-klinikum.de/palliativmedizin/forschung-und-lehre/forschung/aa530ef82c552f30
Antje Ortmann
Pflegefachkraft
Evangelische Lungenklinik Berlin-Buch

Palliativ ist überall möglich und nötig. Sogar auf der Intensivstation."

(Berlin, Juli 2022) 

https://www.pgdiakonie.de/evangelische-lungenklinik/
Simba
Hospizkater
Hospiz Jena

In meinem Zuhause, dem Hospiz Jena, kann ich mich frei bewegen. So kann ich immer den Gast besuchen, der mich gerade am meisten braucht. Dafür habe ich nämlich ein feines Gespür! Ich kuschle gerne und spende dabei Liebe und Wärme, welche übrigens auch schmerzlindernd sein kann. In erster Linie bin ich aber einfach für alle Menschen im Hospiz da. Unter dem Link findet ihr übrigens nicht nur Informationen zu unserem Hospiz, sondern kommt auch zum Katzentagebuch. Da gibt es exklusive Infos aus dem Hospizleben von mir und meinen Hospizkaterkollegen Carlos und Findus."

(Jena, Juli 2022)

https://www.hospiz-jena.de/
Lisa Mielke und Saskia Bakus
Pflegefachkräfte
Palliativstation der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt

Wir bereiten Eis nach den Vorlieben unserer Patienten zu. Dazu nutzen wir gerne (natürlich neue) Probenröhrchen, da diese mit 10ml perfekt für eine kleine Erfrischung im Sommer geeignet sind. Das Eis eignet sich nicht nur als Mittel gegen die Hitze, sondern auch prima zur Mundpflege."

(Helmstedt, Juli 2022)

https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/helmstedt/unser-angebot/unsere-fachbereiche/palliativmedizin/
Martina Kiel
Pflegefachkraft
Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt am Main

Palliativ bedeutet für mich Fürsorge. Ein Beispiel dafür ist die atemstimulierende Einreibung. Diese kann beruhigend, entspannend und schlaffördernd wirken. Sie kann Geborgenheit vermitteln und Wohlbefinden steigern. Auch die Wahrnehmung des eigenen Körpers kann gefördert werden." 

(Frankfurt am Main, Juni 2022) 

https://www.markus-krankenhaus.de/leistungsspektrum/fachabteilungen/zentrum-fuer-palliativmedizin
Daniela Radke
Sozialbetreuerin und Sterbebegleiterin
München

Palliativ bedeutet für mich Spiritualität. Sie ist für mich das, was uns trägt, uns inspiriert und uns die Möglichkeit zum Ausdruck unserer Gefühle und Emotionen gibt. Sie stellt zugleich einen Zugang zu sich selbst und zu unserer Außenwelt dar. Über das Kreative kann sich das  Spirituelle ausdrücken.

Ich betreue auch dementiell veränderte Menschen in ihrem Zuhause, denn auch sie bedürfen der Begleitung. Mit Hilfe von kreativen Angeboten können sie sich ausdrücken, gerade auch dann, wenn Sprache und andere Kommunikationsformen für sie nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Die Sinne werden bei solchen Angeboten, wie hier in diesem Bild, durch optische, haptische und nasale Reize, (also durch Anschauen, Anfassen und Riechen) angeregt. So war es diesem Patienten möglich, mit Fingerfarben seinem Erlebten in Form des Nachzeichnens einer Pflanze, Ausdruck zu verleihen. Gleichzeitig ist es für mich als Betreuende dabei möglich, wahrzunehmen, wie es dem Menschen geht, ob er entspannt ist beim Malen oder ob er womöglich Schmerzen, Angst oder ähnliches hat. Und das ist sehr wichtig, denn meist finden dementiell veränderte Menschen kaum Möglichkeiten dies der Umwelt mitzuteilen.

(München, Mai 2022) 

https://www.sogehend.net/

Eine Kampagne der DGP

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