Claudia
Claudia
Gast
Hospiz am Ohmplatz Erlangen

So ein flauschiges Fell und diese lustigen Geräusch, die das Alpaka Ferdinand die ganze Zeit von sich gegeben hat – sie klangen wie eine Mischung aus Aufregung und Begeisterung. So ging es mir aber auch. So ein Besuch bringt die Augen wirklich besonders zum Leuchten."

(Juni 2023)

https://www.diakonie-erlangen.de/ich-brauche-hilfe/hilfen-im-alter/seniorenheime-hospiz/hospiz-am-ohmplatz/


Karlheinz Kristel
Karlheinz Kristel
Angehöriger

Annekathrin, meine Frau, war selbst Krankenschwester von Beruf mit Leib und Seele auf einer Palliativstation. Das, was meine Frau als Krankenschwester stets unheilbar kranken Menschen in diesem sensiblen Lebensabschnitt auf der Palliativstation zuteilwerden ließ, musste sie wegen ihres fortgeschrittenen Lungenkrebses selbst in Anspruch nehmen. Wir durften erfahren, dass das Team der Palliativstation, je nach Situation, mal Anker, mal Strohhalm war, an den wir uns dankbar klammerten. Sie ermöglichten es meiner Frau auch noch einmal mitsamt den akkubetriebenen Schmerzmittelpumpen ein paar Stunden nach Hause zu kommen. Im Rollstuhl, an dem die Pumpen montiert waren, schob ich meine Gattin noch einmal durch ihren überaus geliebten Garten. Es war ein sonniger Frühlingstag. An ihrer Mimik sah ich, wie freudvoll sie die unzähligen bunt blühenden Blumen beäugte, die sie im vergangenen Herbst noch selbst in großer Zahl als Zwiebeln in die Erde gesteckt hatte. Auch der Flieder mit seinen prallen Knospen weckte ihre Aufmerksamkeit. Ganz genau betrachtete sie die Amulette der Kolleginnen und Kollegen der Palliativstation. Vor einigen Monaten hatten sie diese bei einem Besuch am Fliederbusch befestigt."

(Juni 2023)

 


Frau Majchrzak
Frau Majchrzak
Gast
Hospiz am Ohmplatz Erlangen

Ich als Einrichtungsleitung finde, dass ein Besuch von so exotischen Tieren für so viele Glückshormone sorgt, dass der Alltag und die Situation in der sich die Gäste befinden, kurz mal Nebensache ist. Auch im Nachgang bereitet der Besuch noch viel Freude. Wir haben jedem Gast ein Foto mit den Alpakas gedruckt und ins Zimmer gestellt, so dass der tolle Moment immer wieder abrufbar ist. Frau Majchrzak, die hier auf dem Foto zu sehen ist, meinte, als ich sie um Zustimmung zur Veröffentlichung gebeten habe, dass sie die Aktion super fand und sich freut wenn darüber berichtet wird, damit die Menschen mal sehen was hier alle möglich ist." -  Alexander Kulla 

(Juni 2023)

https://www.diakonie-erlangen.de/ich-brauche-hilfe/hilfen-im-alter/seniorenheime-hospiz/hospiz-am-ohmplatz/


Jana Gorasch
Jana Gorasch
Angehörige

 Es ist großartig, dass es Angebote der Palliativversorgung gibt. Für die Allermeisten ist dies ein großer Segen. In der Krankheitssituation meiner Mutter war die professionelle Palliativ-Betreuung jedoch nicht das passende. Unsere Palliativversorgung bestand daher aus der Zuwendung durch Freund*innen, die mit Apfelkuchen oder Gitarre vor der Tür standen, aus lieben Nachbarn, aus Zusammenhalt in der Familie und vor allem aus der Selbstbestimmung derjenigen, die nie das geringste Interesse hatte zu sterben und trotzdem „den Dingen ins Auge schauen musste“. Meine Mutter wünschte sich Menschen, die in aller Bescheidenheit und unaufdringlich „da sind“ und die warmherzig den Kontakt mit ihr als Lebendige – nicht als Sterbende – suchen und schätzen. Dies ist für viele Menschen sicherlich verständlich und selbstverständlich. Unsere Erfahrungen haben mein Vater und ich mit Gedichten und Bildern festgehalten, wie dem Gedicht „Palliative Care“.

PALLIATIVE CARE
Seid so gut und erinnert mich
nicht,
dass ich
ohne Aussicht
sei.
Ich möchte
Lebensgeister wachhalten.
Gehen werde ich an einem anderen Tag,
jetzt bleibe ich.
Brauche lebensnotwendig
lebensverlängernde Maßnahmen:
den überraschten Blick auf die Gänseblümchen,
das erwärmende Wort mit der Nachbarin,
das stillende Lied des Kindes,
den verrückten Glauben an meine Zukunft,
am Tag den Apfelkuchen der Freunde.
In der Nacht
Deine Nachtwache.
Meine lebensverlängernde Maßnahme
bist Du."

(Mai 2023)

 


Dr. Sabine Mousset
Dr. Sabine Mousset
Leitende Ärztin
Interdisziplinäres Zentrum für Palliativmedizin

Palliativmedizin ist für mich eine sehr individuelle Medizin. Unser Ziel ist es, mit den Patientinnen und Patienten gemeinsam die beste Therapieentscheidung zu treffen. Selbstverständlich auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft und gemäß den Empfehlungen der anderen Fachdisziplinen. Ebenso wichtig sind aber auch die persönlichen Werte unserer Patientinnen und Patienten und ihre aktuelle Lebenssituation."

(April 2023)

https://www.markus-krankenhaus.de/leistungsspektrum/fachabteilungen/zentrum-fuer-palliativmedizin


Waltraud G.
Waltraud G.
ehemalige Bewohnerin
Stationäres Hospiz ADVENA Leipzig

"Die Erste und die Letzte im Wasser". Sterbebegleitung bedeutet für uns Mitarbeitende im stationären Hospiz und im Ambulanten Hospizdienst ADVENA: Lebensbegleitung. Wir wollen da sein und nah sein, für die uns Anvertrauten. Wenn wir können, wollen wir neben fürsorglichen BegleiterInnen auch WunscherfüllerInnen sein. Oft sind es kleine, bescheidene Wünsche, die wir unseren BewohnerInnen erfüllen können. Ein Erdbeereis, eine bestimmte Geschichte vorgelesen zu bekommen oder der Whatsapp-Anruf mit weit entfernten Verwandten. Auch umfangreichere Wünsche versuchen wir möglich zu machen.

Vor einigen Jahren konnten wir, Dank der Beteiligung des Wünschewagens des Arbeiter-Samariter-Bundes und der Unterstützung der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft Leipzig den innigsten Wunsch einer Bewohnerin erfüllen. Waltraud G. bezeichnete sich selber als Bade-Ratte. Schon immer ist sie gern schwimmen gegangen, besonders im Kulkwitzer See im Leipziger Seenland. Sie wohnte unweit des Sees und sagte von sich selbst, sie war jedes Jahr die erste und letzte Person im Wasser. Als Bewohnerin des Hospiz ADVENA äußerte Waltraud G. den Wunsch, dass sie noch einmal an ihrer „Stamm-Badestelle" baden gehen möchte. Begleitet von der Sozialarbeiterin des Hospizes und einer Badefreundin, genoss Waltraud G. das kühle und klare Wasser des Kulkis – wie sie den See liebevoll nannte. Das Möglichmachen eines Ausflugs zum See ist ebenso ein Teil der Palliativarbeit, wie die Symptomlinderung oder die Mundpflege, denn sie soll vor allem bedürfnisorientiert sein.

 

www.hospizium-leipzig.de

 


Marco Bode
Marco Bode
ehemaliger Fußballer

Ich unterstütze palliativ, weil ich selbst als Angehöriger erlebt habe, dass die Palliativversorgung eine große Hilfe ist. Sie schafft Symptommilderung für den Patienten oder die Patientin, durch die Therapie von Symptomen, wie Schmerzen oder Ängsten. Aber auch für Angehörige besteht ein Angebot, das Freiräume schafft und einfühlsame Begleitung ermöglicht. Wichtig war es für mich auch zu erleben, dass palliativ nicht nur Sterbebegleitung ist, sondern schon in einer frühen Phase der Erkrankung beginnen kann.“

(April 2023)


Sabine
Sabine
Pflegekraft
Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt am Main

Mir ist es wichtig, viele Sinne mit dem Anrichten von Essen anzusprechen - auch mit einem vermeintlich einfachen Käsebrot, das sich die Patientin gewünscht hat. Durch diese kleinen Gesten den Menschen eine Freude zu machen und Genuss aufs Tablett zu bringen. Und eben nicht zuerst darauf zu achten, ob viel gegessen wird oder nicht, das ist für mich palliativ.

(Frankfurt am Main, April 2023) 

https://www.markus-krankenhaus.de/leistungsspektrum/fachabteilungen/zentrum-fuer-palliativmedizin
Winfried Rexroth
Winfried Rexroth
Teilnehmer der Offenen Hospizangebote
Evang. Gemeindeverein Nürnberg-Mögeldorf

Einmal in der Woche ist Bewegungsrunde bei den Offenen Hospizangeboten in Mögeldorf. Dieses Angebot bringt Menschen zusammen und ermöglicht Aktivität bis zum Schluss. Dabei dürfen alle mitmachen, ganz gleich, ob sie lebensverkürzt erkrankt sind, bereits in fortgeschrittenem Alter so wie ich oder einfach interessiert sind. Ich komme gern zu den offenen Hospizangeboten und hoffe, dass es allen Teilnehmenden gut tut, fröhlich und entspannt bei der Sache zu sein. In der Gruppe fühle ich mich wohl. Ich spüre, dass das gemeinsame Interesse an der Sache die Teilnehmenden miteinander verbindet.

Meiner Endlichkeit bin ich mir bewusst. Für einen 85-jährigen, denke ich, sollte das selbstverständlich sein. Zumal ich als Kind schon das Kriegsende bewusst erlebt habe. Vor den typischen Kriegsfolgen wie Hunger oder Flucht bin ich zwar verschont geblieben, nicht aber vor Krankheit. Die Jahre von 1944 bis 1948 habe ich mit einer tuberkulösen Hüftgelenksentzündung im Wesentlichen im Bett verbracht; jeweils in mehrwöchigem oder mehrmonatigem Wechsel zwischen Krankenhaus und zuhause. Jeweils zuhause im Beckengips und im Krankenhaus im "Streckverband". Im Krankenhaus wurde ich in der Zeit bis zum Kriegsende wegen des im Raum Frankfurt täglich zu erwartenden Fliegeralarms nach dem Frühstück wie alle ans Bett gebundenen Patienten in den Keller gefahren und gegen Abend wieder zurück ins Krankenzimmer. Zuhause waren im ländlichen Taunus die Fliegeralarm-Zeiten begrenzt auf die etwa einstündigen Zeiten des tatsächlichen Überflugs der Bomberverbände - vormittags von West nach Ost und Nachmittags in der Gegenrichtung. Da trug mich dann mein Großvater (der Vater war bei der Wehrmacht) - mit meinem Beckengips in den Keller. Der Großvater war ein vom Glauben an Gott geprägter herzensguter Mann, Methodistenprediger, der mich wie auch meine Geschwister und die Familie und Nachbarn in dieser Zeit sehr gut auffangen konnte. Wir alle haben ihn geliebt. Unserer Endlichkeit sind wir uns in dieser Zeit - dank der Großeltern ohne Furcht - bewusst geworden. So hat mich der Glaube an Gott durchs Leben getragen. Und ich vertraue darauf, dass er mich bis zum Tod trägt."

Offene Hospizangebote - was ist das?

Es wurde die Erfahrung gemacht, dass Betroffene zu spät hospizliche und palliative Hilfeleistungen in Anspruch nehmen. Häufig weil sie es nicht kennen oder der Begriff „Hospiz“ abschreckt. Das Ziel ist es, betroffene Menschen nach Diagnosestellung frühzeitig in das Hilfesystem einzubetten. Bereits 2021 wurde mit dem Aufbau der Offenen Hospizangebote in Mögeldorf begonnen. Betroffene Menschen sollen schon ab Diagnosestellung einer nicht heilbaren Erkrankung ins Hilfesystem eingebettet werden. Die Angebote sind ein Mix aus Kultur, Entspannung, Fachvorträgen und Selbsthilfe. Schwerkranke sollen dabei unterstützt werden, möglichst lange zu Hause zu bleiben. Hiervon profitieren auch die Zugehörigen, da ihre Nahestehenden bedürfnisorientiert und bedarfsgerecht versorgt werden. Für Angehörige wird so ein Ausgleich zum Pflegealltag geschaffen und sie haben die Möglichkeit, verschiedene Angebote nach eigenen Wünschen selbst wahrzunehmen und sich auszutauschen.

(Mögeldorf, März 2023)

https://www.diakonie-moegeldorf.de/leistungen/hospiz/offene-hospizangebote/
Mitarbeitende und Knusper & Keks
Mitarbeitende und Knusper & Keks
Pflegefachkräfte und Gesundheitsclowns
Hospiz Germering

Das Leben spüren! Unsere Gäste können das Leben „draußen“ nicht mehr miterleben. Für sie holen wir das Leben ins Haus, so wie mit den Gesundheitsclowns. Einmal im Monat kommen sie zum Angehörigen-Café zu uns. Ein fröhlicher Nachmittag - hier wird gelacht, gesungen, geweint, getröstet und wieder gelacht. Unsere Mitarbeitenden sind mittendrin, denn zum familiären Charakter eines Hospizes gehören alle im Haus.

An diesem Nachmittag gab es eine Extraportion Konfetti und gute Laune für alle. Für die Mitarbeitenden im Hospiz ist es wichtig, in ihrem Arbeitsumfeld Zeit für Fröhlichkeit und Unbeschwertheit zu finden. Nur so haben sie die Kraft, palliative Haltung zu leben, palliative Pflege zu leisten und für unsere Gäste und die Zugehörigen da zu sein. „Knusper & Keks unterwegs“ sind großartige Begleiter dafür!"

(Germering, März 2023)

/www.hospiz-germering.de
Rosemarie R.
Rosemarie R.
Gast
Hospiz Lebenszeit Leisnig

Ich genieße die Ruhe und Entspannung, die die kleinen "Aquariumtherapeuten" vermitteln. Nicht nur ich nutze diesen schönen Platz, sondern auch viele andere Gäste. Seit der Eröffnung steht es im Zentrum des Hospizes und vermittelt seinen Besuchern Ruhe, Entspannung und Mut zum Träumen."

(Leisnig, März 2023)

https://www.lebenszeit-ev.de/
Bärbel Schäfer
Bärbel Schäfer
Autorin, Journalistin und Podcasterin

Der Tod eines geliebten Menschen ist endgültig und traurig. Wir haben dich schlafen gesehen und auf deinen Atem gelauscht. Wir haben über den Abschied gesprochen und ihn gemeinsam gestaltet. Das Palliativteam hat die Schmerzen meines Vaters lindern können und seine Abschiedsreise liebevoll begleitet - das ist palliativ."

(März 2023)

/www.baerbel-schaefer.de
Birgit Schrowange
Birgit Schrowange
Moderatorin

Ich habe eine gute Freundin verloren, die lange gegen den Krebs gekämpft hat und weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig die Palliativmedizin am Ende des Lebens ist. Vor der wertvollen und emotional belastenden Arbeit der Palliativmedizin habe ich die allergrößte Hochachtung. Jeder Mensch sollte in Würde sterben dürfen."

(März 2023)


Bülent Ceylan
Bülent Ceylan
Comedian

Bei „palliativ“ denke ich nicht zuerst an das Ende, sondern vor allem an entsprechende Therapiemöglichkeiten. Denn auch wenn das Leben durch Krankheit begrenzt ist, sind die Therapiemöglichkeiten doch noch umso vielfältiger. Es gibt viele Formen der Therapie in der Palliativversorgung. Hierbei ist für mich die Schmerztherapie am offenkundigsten. Aber natürlich ist das nur eine von vielen Möglichkeiten und genauso wichtig wie alle anderen. Denn es geht in der Palliativversorgung grundsätzlich um die Linderung von Symptomen und die Verbesserung der Lebensqualität.“

(Februar 2023)

https://buelent-ceylan.de/
Pflegefachkraft Jörg Hildebrandt
Jörg Hildebrandt
Fachkrankenpfleger
Palliativ-Team Universitätsmedizin Mainz

Mit dem Rucksack unterwegs: palliativmedizinische Ersthilfe mit Mundpflege und ätherischen Ölen.

Als Pflegende in unserem Palliativteam sind wir meist mit einem Rucksack unterwegs. Der enthält neben Infobroschüren unsere ganz spezielle palliativpflegerische Ersthilfe für die Probleme, denen wir am häufigsten begegnen. Dazu gehören beispielsweise Utensilien zur Mundpflege, aber auch diverse ätherische Öle, die wir gelegentlich einsetzen; sei es als Riechsalz, für Einreibungen oder auch als Duftkompresse."

(Mainz, März 2022)


Sabrina Mockenhaupt
Sabrina Mockenhaupt
Sportlerin

„Mein erster Besuch 2019 im Kinderhospiz Balthasar hat mir die Augen geöffnet und gezeigt, dass hier jede Hilfe von Nöten und vor allem ganz richtig ist. In unsrem hastigen Leben vergessen wir oft den Tod und vor allem, dass viel jüngere Menschen als wir sich schon sehr lange mit dem Tod und dem Ableben befassen müssen. Aber nicht nur sie benötigen eine wertvolle Betreuung, auch ihre Familien. Es ist nicht leicht sein Kind zu Grabe zu tragen, aber es fällt leichter, wenn man weiß, dass das Kind jede letzte Stunde, jede Minute, jede Sekunde ausgekostet hat und in dieser Zeit geborgen war und von ganz vielen ein Lächeln geschenkt bekommen hat.“

(März 2023)

https://www.sabrinamockenhaupt.de/
Christine Wittl und Bewohner Herbert S.
Christine Wittl und Bewohner Herbert S.
Fachkraft für Hospizkoordination & Leitung Wohngemeinschaft LebensWeGe
Evang. Gemeindeverein Nürnberg-Mögeldorf

Für mich ist palliativ zu sehen, dass schwerkranke Menschen mit all ihren Bedürfnissen und Einschränkungen in unserer Hospiz-Wohngemeinschaft „LebensWeGe“ noch selbstbestimmt und in Gemeinschaft leben können. „Den Tagen mehr Leben zu geben“, auch wenn es nicht immer einfach ist. Nicht alleine zu sein, wenn man Gemeinschaft sucht und ein eigenes Zimmer als Rückzugsort zu haben. Gemeinsam kochen, gemeinsam lachen, gemeinsam leiden und gemeinsam weinen. Die An- und Zugehörigen mitzunehmen auf der letzten Reise ihrer Liebsten. Die Autonomie und Ressourcen der Bewohner:innen wahrnehmen und für sie da zu sein, wenn sie Unterstützung benötigen. Und auch gemeinsam Kaffee trinken mit Bewohnern wie Herbert S. und einer unserer Betreuungs- und Assistenzkräfte. 

Hospiz-Wohngemeinschaft „LebensWeGe“, was ist das?

Inspiriert durch die Hospizbewegung in England wurde 2019 die Idee geboren in unserem Diakoniezentrum die Wohngemeinschaft „LebensWeGe“ zu gründen. Diese Wohngruppe in Bayern für bis zu fünf Menschen mit einer unheilbaren Erkrankung wurde im Juli 2020 eröffnet. Wir wollen Menschen begleiten, die ihre letzte Lebensphase selbstbestimmt gestalten und mit Gleichgesinnten erleben wollen. Sie mieten sich ein Zimmer und benutzen gemeinschaftlich die Wohnküche mit Ess- und Wohnzimmer, sowie die Duschbäder. Die Mietkosten beinhalten die komplette Warmmiete, inkl. WLAN, GEZ, Reinigung zweimal wöchentlich und Betreuungsassistenz bis zu zwei Stunden täglich. Die Leitung der LebensWeGe, Fachkraft für Hospizkoordination, ist Ansprechpartnerin für die Bewohner:innen und plant den aktuellen Unterstützungsbedarf sowie die individuellen Versorgungswünsche mit den Betroffenen. Der Bezirk hat in Fällen sozialer Bedürftigkeit die Mietkosten in vollem Umfang übernommen."

(Nürnberg-Mögeldorf, Februar 2023)

https://www.diakonie-moegeldorf.de/leistungen/hospiz/lebenswege-2/
Christine Westermann
Christine Westermann
Autorin & Moderatorin

Wenn ich ans Sterben denke, fühle ich mich wie ein Kind, das zu Bett gehen soll, aber unbedingt noch aufbleiben will. Weil doch noch soviel Schönes kommen soll.
Können Sie sich ein leichtes Sterben vorstellen? Eine Frage, die Max Frisch seinen Lesern gestellt hat. Ich weiß nicht, wie leichtes Sterben gehen könnte, wenn man so am Leben hängt wie ich. Für eine Radioreportage war ich vor einiger Zeit in einem Hospiz. Hatte Erdenschwere erwartet. Alles beherrschende Traurigkeit. Stattdessen habe ich unerwartet Leichtigkeit gespürt, Dankbarkeit, Seelenfrieden. Leichtes Sterben? Nicht nur ein Hospiz, auch eine Palliativstation könnte ein guter Ort dafür sein."

(Februar 2023)

https://christine-westermann.de/
Dr. Ruth Sittl und Familie Schweiger
Dr. Ruth Sittl und Familie Schweiger
Ärztliche Leitung
Palliativmedizinischer Konsildienst Pallium gGmbH

Durch Aufklärung über Unterstützungsangebote können Patient:innen und die ihnen nahestehenden Personen die letzte Lebensphase aktiv mitgestalten, noch einmal aufleben und gemeinsam lachen - denn am Ende ist nicht Schluss mit lustig!"

(Memmingen, November 2022)

https://www.pallium-sapv.de/
Ilona Yağmur
Ilona Yağmur
Patientin
Agaplesion Markus Krankenhaus Frankfurt am Main

Im Rahmen der Kunsttherapie ergeben sich auch Gespräche über die Bilder und das Leben der Betroffenen. Auf die Frage, was palliativ für sie bedeutet, antwortete Frau Yağmur: „Palliativ ist für mich Rundumversorgung bis zum Sterben“. Im Gespräch darüber, was jetzt für sie wichtig ist, antwortete sie: „Meine Familie, Kreativität und eiskalte Cola!“ Dazu malte sie ein Bild über ihre Familie und erzählte: „Ich male gerade einen Baum, in dem alle meine Lieben sind. Ich denke oft an meinen Vater, der vor vielen Jahren gestorben ist und ob wir ihn wohl auch so gut versorgt haben.“ 

(Frankfurt am Main, Januar 2023)

https://www.fdk.info/

Eine Kampagne der DGP

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