Maike Theesen

Maike Theesen

Maike Theesen berichtet, wie sie 'palliativ' erlebt hat:

Mein Mann Olaf Hinrichs (15.10.1973-09.01.2023) war ein sehr fröhlicher Mensch und immer positiv bis zum Schluss. Er hat gesagt, dass es so schön sei – mit uns und auf der Erde, aber er nicht wüsste, wie lange er noch durchhalten könnte. Das war fünf Tage vor seinem Tod.

Es hat uns vieles erleichtert, dass ich Krankenschwester bin und ich mich mit den Themen Sterben und Tod schon lange vor seiner Erkrankung auseinandergesetzt habe. Ich arbeite selbst im Hospiz am Meer in Hage.

Wir waren 30 Jahre zusammen.

Olaf bekam im Juli 2021 die Diagnose ALS. Leider hatte er die bulbäre Form, und die Erkrankung schritt sehr schnell fort. Bald hatte er Einschränkungen in der Fortbewegung. Sein rechtes Bein wurde lahm und spastisch. Im November kamen Sprachstörungen dazu. Anfang Januar 2022 erhielt er seinen Sprachcomputer und im Februar seinen E-Rolli.

Wir wurden unterstützt vom SAPV-Team Untere Ems und dem Klinikum Leer durch Frau Prof. Kotterba und Frau Dr. Heidrun Lange.

Im August 2022 erhielt Olaf noch eine PEG, da die Flüssigkeitsaufnahme immer schwieriger wurde und er eine Pneumonie mit Erguss hatte. Danach war er noch ein halbes Jahr stabil. Die Ärztin von der SAPV kam regelmäßig erst jede Woche, und wenn er dann gut kontrolliert war, alle 14 Tage und bei Krisen auch durchaus jeden Tag.

Wir erhielten alle Hilfsmittel und Rezepte über die SAPV mit Unterstützung unser Hausarztpraxis und Talk Tools, unserem Versorger für die Kommunikation und Mobilität.

Ende Dezember 2022 verschlechterte sich Olafs Zustand drastisch, nachdem sein Hund verstorben war. Seine Spastiken nahmen zu und er hatte vermehrt Schmerzen. Er hatte sich bewusst gegen eine Beatmung entschieden.

Am 9. Januar 2023 brach morgens seine Atmung ein, er wurde spastisch. Er drohte bei vollem Verstand zu ersticken. Unsere Ärztin war in kürzester Zeit bei uns. Wir hatten alles vorher besprochen und uns für eine palliative Sedierung entschieden.

Olaf ist dann abends um 23:40 Uhr friedlich (so wie es möglich war) zu Hause in seinem Bett eingeschlafen. Unsere Ärztin war diesen Tag immer wieder bei uns und hat uns mit allem, was wir brauchten, sehr gut versorgt.

Januar 2025

Eine Kampagne der DGP

logo 360 63 2